Freiwilliger Polizeidienst auf Streife

Mit Teppichmesser bedroht
Acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 100 gemeinnützige Arbeitsstunden – mit diesem Urteil wurde ein 22-jähriger Königsteiner vor dem Königsteiner Amtsgericht belegt. Der Tatvorwurf: Gefährliche Körperverletzung und Bedrohung.


Königstein. 02.07.2016
Erst kräftig einen gebechert und dann ein Mädchen belästigt – der 22-jährige Königsteiner hatte sich am späten Abend des 24. Oktober vergangenen Jahres bereits im Bus nach Königstein von seiner vermeintlich grobschlächtigsten Seite gezeigt. Dass er leider noch sehr viel unangenehmer werden kann, zeigte unlängst die Verhandlung vor dem Königsteiner Amtsgericht. Hier nämlich musste sich der junge Mann gleich für zwei Straftaten verantworten, die in Zusammenhang mit seinem Ausraster im Bus standen.

Fall Nummer eins schloss sich sogar direkt an die Busfahrt an. Die von dem Angeklagten bedrängte junge Frau hatte nämlich noch am selben Abend ihren Freunden, die bei einer Feier in Kronberg weilten, am Telefon davon erzählt. Die vier jungen Männer waren daraufhin sofort in Richtung Kurstadt aufgebrochen, um die Sache zu klären.
Am Busbahnhof trafen sie gegen 0.20 Uhr den Angeklagten und stellten ihn zur Rede. Statt sich zu entschuldigen oder zumindest aus dem Staub zu machen, hatte der allerdings nichts Besseres zu tun, als ein Teppichmesser hervorzuholen und mit den Worten „Dich bring’ ich um“ einen 20-jährigen Königsteiner aus der Gruppe zu bedrohen. Der Angeklagte, so spiegelten es die Zeugenaussagen wieder, habe mit dem Messer herumgefuchtelt und Stoßbewegungen in Richtung des 20-Jährigen ausgeführt.
Das in diesem Moment eine Streife des freiwilligen Polizeidienstes vorbeikam, könnte Schlimmeres verhindert haben. Der Bedrohte bat um Hilfe und der Angreifer suchte das Weite. Zunächst zumindest.
Fw.Polizeidienst zur Stelle
Zwar flüchtete der 22-Jährige erst, ließ sich aber nach dreimaliger Aufforderung, stehen zu bleiben, dann doch festnehmen. Wobei er versuchte, das Teppichmesser wegzuwerfen. So weit lagen die Zeugenaussagen zum Geschehen am 24. Oktober eng bei einander. Einzig bei der Beschreibung des Zustands des Täters gingen die Einschätzungen auseinander.

Während der Polizist sagte, der Angreifer sei angetrunken gewesen, sprach das Opfer der Bedrohung bei seinem Gegenüber von „Vollsuff“.

Quelle : Taunus Zeitung ( Frankfurter Neue Presse )